Erstellt von Manfred Mahlstedt |

Gute-Kita-Gesetz

Das von Familienministerin Franziska Giffey eingebrachte Gesetzespaket ist nach Einschätzung von Experten und Fachleuten nicht ehrgeizig genug, da die Förderung durch den Bund bis 2022 zeitlich befristet wurde und die Regelungen handwerkliche Schwächen aufweisen: Das Gesetz ist grob unterfinanziert und definiert keine klaren Ziele. Diese Einschätzung teilt auch die KEG Deutschland.

Stattdessen können die Länder aus einem „Baukasten“, wie Giffey es nennt, auswählen, ob sie mit dem Geld aus Berlin mehr Fachkräfte einstellen, die Öffnungszeiten verlängern, Räumlichkeiten oder Kita-Essen verbessern, ihr pädagogisches Angebot erweitern oder die Gebühren senken. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn man sich vorher auf bundesweit einheitliche Qualitätsstandards geeinigt hätte, um daraus zielgerechte Maßnahmen zu deren Erreichung abzuleiten.

Denn die Herausforderungen, die auf die Kitas zukommen, sind riesig: So werden nach dem Nationalen Bildungsbericht bis zum Jahr 2025 in Deutschland mehr als 300 000 Erzieher/innen fehlen. Gelingt es nicht, diese Lücke zu schließen, hilft es niemandem, wenn die Kitas gebührenfrei sind. Das geht nur über eine bessere Bezahlung. Dafür sind die bisher zur Verfügung gestellten Mittel trotz der 5,5 Milliarden Euro zu niedrig. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung müssten jährlich 8,7 Milliarden Euro investiert werden, um die Kita-Qualität signifikant zu verbessern. Eine Investition, die sich lohnen würde. Aus dem Bildungsbericht geht hervor, dass Kinder, die länger als zwei Jahre eine Kita besuchen, später ein deutlich höheres Bildungsniveau erreichen, was einhergeht mit gesundheitsförderndem Verhalten, bewusster Ernährung sowie mehr gesellschaftlichem Engagement und demokratischer Teilhabe.

 

Die KEG sieht die Gesetzgebung im Bereich Qualität von Kita in einem sehr engen Zusammenhang mit dem Thema Ausbildung und Qualifizierung. Hier besteht hoher Handlungsbedarf mit Blick auf den Qualitätsaspekt von Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung für den Erzieherberuf sowie für die professionellen Bedarf der Einrichtungen in weiteren Schwerpunktthemen. 

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