Freude über Fortschritte bei der Integration

Deutscher Lehrerverband zum UNESCO-Weltbildungsbericht 2019

Forderung nach Fortführung der Sprachförderung in den Regelklassen

Als verdiente Anerkennung auch für das Engagement und die Anstrengungen von Lehrkräften bei der Integration von Flüchtlingskindern ins deutsche Schulsystem hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, das gute Abschneiden Deutschlands im Bereich „Flucht und Migration“ im UNESCO-Weltbildungsbericht 2019 bezeichnet.

Dabei werde deutlich, dass gerade die berufliche Bildung eine besonders wichtige Funktion dabei erfülle, Flüchtlingskindern einen erfolgreichen Weg ins Erwerbsleben in Deutschland zu bahnen, betonte der Verbandschef.

Gleichzeitig verteidigte Meidinger aber die gegenwärtige Praxis in Deutschland, Flüchtlingskinder zunächst in eigenen Klassen und eigenen Kursen und Sonderprogrammen eine intensive Sprachförderung zu vermitteln, bevor sie in Regelklassen eingegliedert würden. Er betonte: „Eine sofortige Zuweisung in Regelklassen ist nach unseren Erfahrungen dabei nicht hilfreich, Kindern mit Migrationshintergrund zu einem sicheren Anschluss ins deutsche Schulsystem zu verhelfen. Ohne vorgeschaltete intensive Sprachförderung in Willkommensklassen oder auch an Berufsschulen fehlt die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn!“

Der Bundesvorsitzende der KEG Deutschland, Dr. Bernd Uwe Althaus, Vize-Präsident des DL, ergänzte: „Mit dem Abbau der ersten Sprachhürde muss ein weiteres Thema in den Fokus genommen werden – das Lernen von Fachworten der verschiedenen Fächerbereiche und die Verständigung über fachsprachliche Inhalte. Hier fehlt es noch sowohl an Aufmerksamkeit für diese Problematik als auch an adäquaten Antworten für die Schulen. Letztendlich wird aber nur durch diesen konsequenten zweiten Schritt der Sprachförderung über nachhaltig erfolgreiche Integration entschieden.“

DL-Präsident Meidinger forderte daher alle Bundesländer dazu auf, auch nach der Eingliederung in Regelklassen weiter den Schulen für die Sprachförderung von Flüchtlingskindern zusätzliche Stellen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen. „Leider endet die zusätzliche Sprachförderung vielfach nach dem Übertritt in die Regelklasse, obwohl sie weiterhin dringend nötig wäre!“ fügte er abschließend an.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0172 – 28 45 840.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Die Pressemitteilung zum Download

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