Maßnahmen- und Forderungskatalog der BAGSO

Fachkommission Digitalisierung an die Kommission des Achten Altersberichtes

Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) sind Entwicklungen, die für das Leben alter Menschen zunehmen an Bedeutung gewinnen. Die Fachkommission Digitalisierung (FKD) der BAGSO begrüßt deshalb, dass sich der Achte Altersbericht der Bundesregierung diesem Themenbereich widmet.

Die KEG Deutschlands wurde bei der Sitzung der Fachkommission durch ihren neuen Seniorenbeauftragten beim dbb, Norbert Bocksch, stellvertretender Bundesvorsitzender, vertreten.

In den Sitzungen der vergangenen Jahre hat die FKD sich mehrfach mit den Auswirkungen der Digitalisierung und insbesondere der Internetnutzung durch ältere Menschen beschäftigt. Auf Basis dieser Diskussionen möchten wir der Sachverständigenkommission für den Achten Altersbericht diejenigen Maßnahmen und Forderungen übermitteln, die wir als essenziell für eine volle gesellschaftliche Teilhabe alter Menschen erachten und die deshalb in dem Bericht ausdrücklich berücksichtigt werden sollten.

-       „Das Internet gehört mittlerweile zu den unverzichtbaren Elementen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das gilt für ältere Menschen ebenso wie für jüngere. Deshalb ist es Aufgabe des Staates, seinen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu digitalen Dienstleistungen und Angeboten zu gewährleisten.

-       Voraussetzung für eine kompetente digitale Teilhabe ist Medienkompetenz. Entsprechend sind niedrigschwellige Lern- und Übungsangebote für ältere Menschen bereit zu stellen.

-       Es sollen Technologien zur Verfügung gestellt werden, dass Produkte und Online-Dienste ausprobiert und genutzt werden können.

-       Generell müssen technische Angebote für alle Menschen verfügbar und nutzbar sein. Dies gilt insbesondere für assistive Produkte und Systeme im Gesundheitswesen. Auch ältere Menschen haben das Recht, in den Genuss technischer Entwicklungen wie die der Digitalisierung, Robotik und KI zu gelangen

-       Voraussetzung hierfür ist unter anderem die Verfügbarkeit eines flächendeckenden und überall erreichbaren freien WLAN. Eine weitere Voraussetzung sind flexible Finanzierungsmöglichkeiten über Kranken- und Pflegekassen.

-       Hersteller und Dienstleister sind aufgefordert, selbsterklärende Technik bei der Gestaltung von Geräten und Anwendungen noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Wenig nutzerfreundliche Bedienungsanleitungen sowie Werbematerialien, die ältere Menschen durch ihre meist jugendorientierte Sprache und Bilderwelt ausschließen, bilden weitere Hemmnisse.

-       Sicherheit umfasst auch den Schutz der Privatheit und persönlicher Daten sowie den Schutz vor Missbrauch. Persönliche Daten gehören jedem einzelnen Bürger/jeder einzelnen Bürgerin. In diesem Sinne muss es transparent sein und ein Regelwerk dafür geben, welches Unternehmen oder welche Institution welche persönlichen Daten erhebt und wie damit umgegangen wird (Transparenz der Datenflüsse). Dies betrifft sowohl den Einsatz und die Nutzung technischer Systeme und Dienste bei gesundheitlichen Einschränkungen und im Falle von Pflegebedürftigkeit wie die Nutzung sozialer Netzwerke. Bei jeglicher, auch bei kostenloser Nutzung muss die Freigabe der persönlichen Daten verweigert werden können.

-       Digitalisierung kann die Mobilität und Vernetzung von Menschen erhöhen, sie kann ihnen Teilhabe aber auch erschweren. Vor allem für Ältere und sozial Benachteiligte kann sie ein Problem darstellen. Deshalb muss das Recht, offline zu bleiben, gewährleistet werden. Menschen haben auch das Recht auf ein Leben ohne Internet.

-       Zunehmend diskutiert werden auch die Entwicklung und der mögliche Einsatz von Robotertechnik in der Pflege. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind vielfältig und müssen genauer erforscht werden, um eine positive Nutzung zu ermöglichen und negative Auswirkungen zu vermeiden. Dazu sollten ebenfalls rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

 

 

 

 

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