KEG Arbeitskreis Lehrer zu aktuellen Themen der Bildungspolitik

Foto: Winfried Bauer

Treffen des AK Lehrer im Bund in Fulda

Beim Treffen des Arbeitskreises (AK) Lehrer der KEG Deutschlands in Fulda beschäftigten sich die TeilnehmerInnen mit aktuellen Themen der Bildungspolitik.

Die Ratifizierung des DigitalPaktes der Bundesregierung, der den Ländern insgesamt 5Mrd. Euro für die technische Aufrüstung der Schulen zur Verfügung stellt, wurde von allen Anwesenden begrüßt. Allerdings stimmten die Mitglieder des AK Lehrer in der KEG überein, dass die alleinige Zurverfügungstellung von Finanzmitteln zu Verbesserung der technischen Ausstattung von Schulen nicht ausreicht, um unsere Kinder auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Bliebe es dabei wäre der positive Effekt bei den Herstellern der Geräte erheblich höher als bei den Schülern, die eigentlich davon profitieren sollten. Genauso bedeutsam ist nach Meinung des AK Lehrer des KEG die Stärkung der Kolleginnen und Kollegen, die die digitalen Grundkenntnisse vermitteln müssen. Auch hier muss Geld in die Hand genommen werden. Angefangen bei der Betreuung und Wartung der Hardware durch externe Fachkräfte bis hin zur Entwicklung nachhaltiger Unterrichtskonzepte zur Stärkung der digitalen Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern.  

Im weiteren Verlauf des Treffens ging es um die Auseinandersetzungen in Bezug auf den Schreib- und Leselernprozess in der Schule. Kritisch wurde gesehen, dass in einigen Bundesländern von den Kultusministerien per Dekret die Methode des „Schreibens durch Lesen“ nach Jürgen Reiche im Hau-Ruck-verfahren verboten wurde. Nach Meinung des AK Lehrer in der KEG Deutschland wäre eine ideologiefreie, sachbezogene Diskussion hilfreicher gewesen, zumal eine Lehre in der reinen Form die Individualität sowohl der Lernenden, als auch die der Lehrenden missachtet. Dies betont auch Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, wenn er sagt: „Die eine richtige Methode für das Lesen- und Schreibenlernen für alle Kinder und alle Lehrkräfte gibt es nicht.“

Sorgen bereitete den Mitgliedern des AK die Versorgung der Schulen mit gut ausgebildeten Lehrkräften. Dabei werden die Möglichkeiten des Seiteneinstiegs weiterhin kritisch gesehen. Was den zukünftigen Lehrerbedarf anbelangt herrschte Übereinstimmung in der Auffassung, dass hier die Lage sehr differenziert nach Bundesland, Schulart und Fächerkombinationen betrachtet werden muss. Hinzu kommen noch politisch initiierte rechtliche Veränderungen in den Schulgesetzen der Bundesländer. Eine allgemeingültige Aussage ist realistisch nicht möglich. Angehenden Lehrkräften kann man nur raten, sich vor Studienantritt über die jeweiligen Bedarfsprognosen für das angestrebte Lehramt im gewünschten Bundesland zu informieren. Vermisst wurden von den Mitgliedern des Arbeitskreises die Darstellung von konkreten Gegenmaßnahmen zur Behebung der Lücke im Lehrerbedarf durch die Kultusverwaltungen. Lediglich „auf Sicht zu fahren“ ist nach Ansicht der Mitglieder des AK Lehrer der KEG Deutschland gegenüber den künftigen Schülergenerationen nicht zu verantworten. Zudem wäre es angebracht, sich Gedanken über die Ursachen der zum Teil erheblichen Unterschiede in den Bedarfslücken zwischen Bundesländern zu machen und entsprechend gegenzusteuern.

gez. Winfried Bauer

 

 

Die inhaltliche Arbeit der Arbeitskreise

KEG beim KMK-Jahresgespräch in Berlin

Hypothek Lehrermangel

Der eklatante Lehrermangel, der sich in Deutschland auch für die nächsten Jahre abzeichnet, veranlasst viele Bundesländer, Seiteneinsteiger anzuwerben, um die Versorgung der Schulen abzusichern. Die mangelnde pädagogisch-psychologische und didaktische Ausbildung der Bewerberinnen und Bewerber stellt für die KEG Deutschlands eine Hypothek auf die Zukunft unserer Kinder dar. Andererseits ist es auch eine Frage der Fairness gegenüber den Menschen, die in den Beruf als Lehrkraft einsteigen wollen, Sie angemessen zu qualifizieren und im Berufseinstieg zu begleiten.

Dies wurde auch beim kürzlichen Jahresgespräch der KMK mit den Verbänden in Berlin deutlich, wo dieses Thema eines der beiden Leitanliegen des Gesprächs war (Foto vom Gespräch am 15.03.2018).

Die KEG beobachtet mit Sorge die zunehmende Zahl von Quereinsteigern ohne pädagogische Ausbildung in den Lehrberuf. In manchen Bundesländern sind über 60% der neu angestellten Lehrkräfte Personen eine entsprechende grundständige Ausbildung. Gerade in den Eingangsstufen der Grundschule, in denen die Grundlagen für die spätere Lerngeschichte gelegt werden, sind fehlende Kenntnisse in Pädagogik und Psychologie gegenüber den Schülerinnen und Schülern nicht zu verantworten. Werden hier die Weichen falsch gestellt, werden negative Auswirkungen für die Zukunft der betroffenen Kinder billigend in Kauf genommen. Diese mangelnden Kenntnisse sind aber auf für die Einsteiger hinsichtlich ihrer Berufszufriedenheit nach Ansicht der KEG Deutschlands als sehr problematisch einzuschätzen. Gerade im Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern, mit den Anforderungen durch Integration und Inklusion sind berufsspezifische Kenntnisse unabdingbar Grundvoraussetzung für verantwortbare Erziehungsarbeit.

Die ausführliche Stellungnahme des Verbandes wird in Kürze über die Verbandszeitschrift publiziert und hier als Download angeboten.

Materialsammlung Digitale Medien

NEU: Materialsammlung Digitale Medien

Bundesarbeitskreise der KEG

Innerhalb der KEG Deutschlands sind zwei Bundesarbeitskreise tätig.

  • Der Arbeitskreis "Lehrer" wird von Winfried Bauer geleitet.
  • Der Arbeitskreis "Sozialpädagogik" wird von einem Team um Pater Jansen geleitet.

Die Arbeitskreise arbeiten an Aufträgen, die ihnen durch den Bundesdelegiertentag oder den Bundesvorstand des Verbandes erteilt wurden. Weiterhin bearbeiten sie Themen, die aus der Bildungspolitik oder neueren Veröffentlichungen von Studien entstehen.

Interessenten können sich grundsätzlich an die jeweiligen Landesverbände wenden. Auch eine direkte Kontaktaufnahme zur Bundesgeschäftsstelle ist möglich.

 

 

Vom 9.-13. Mai 2018 fand der 101. Deutsche Katholikentag in Münster statt. Auch unser Verband beteiligte sich wieder - mit einem Stand und in Veranstaltungen - als aktiver Partner des Katholikentags.

Die KEG Deutschland hatte als Bundesverband sowie mit ihren gastgebenden Landesverbänden NRW und NDS einen Stand gestaltet. Weiterhin war die KEG im Rahmen der Gesprächsforen mit dabei und gestaltete die Veranstaltung „Werkstatt“ Kindergarten und Schule als pastorale Ort.

Am 30.November 2017 führte der Deutsche Philologenverband seinem 40. Verbandstag in Berlin durch. Zu diesem Anlass hat auch der langjährige Bundesvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, den Bundesvorsitz abgegeben und kann sich somit ganz der Aufgabe des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL) widmen.

Der Gewerkschaftstag des dbb war mit Blick auf die stattfindenden Wahlen sowie die inhaltliche Ausrichtung unserer gewerkschaftlichen Spitzenorganisation der Höhepunkt im Jahr 2017. Details zur inhaltlichen Arbeit und den erfolgten Wahlen finden Sie auf den Seiten des dbb.

Vom 6.-8. September 2017 fand wieder das Internationale Bildungs- und Schulleitungssymposium in Zug (Schweiz) statt, bei dem die KEG Deutschland Kooperationspartner ist.