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17.01.2026

Symposium Frühkindliche Bildung Katholische Verbände am Start

Bild Teilnehmer der KEG am Symposium und Bild der Veranstalter

Drei katholische Verbände am Start

Drei katholische Verbände luden im Januar 2026 ins Katholisch- Soziale Institut zu einem Symposium Frühkindliche Bildung ein. Zentrales Anliegen war, die ganzheitliche Bildung und Entfaltung der Persönlichkeit von „Anfang an“ in den Blick zu nehmen. Beleuchtet wurden die Einflüsse und Bedingungen unter denen kleine Kinder aufwachsen und mit welchen Kompetenzen sie in die Schule kommen.

Nach kurzer Begrüßung durch Marie-Theres Kastner, Ehrenvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED), und Bundesfamilienministerin Karin Prien (per Video) umriss die Pädagogin Monika Korthaus-Lindner (ebenfalls KED) Erfahrungen aus heutigen schulischen Beobachtungen. Dabei schloss sie Aussagen von Grundschulleiterin Maria Lembeck ein, die sie beim Symposium vertrat.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Gestaltung der Frühpädagogik

Xenia Roth, Vertreterin des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums, hielt den Hauptvortrag des Symposiums und erläuterte darin die rechtlichen Gegebenheiten in der frühkindlichen Bildung. Dabei stellte sie klar heraus, dass der Besuch einer Kindertagesstätte (Kita) in Deutschland grundsätzlich freiwillig ist, während der Schulbesuch eine gesetzliche Verpflichtung darstellt. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen beeinflussen maßgeblich die Gestaltung der Frühpädagogik in Kitas, insbesondere im Hinblick auf das spätere schulische Lernen.

Vor diesem Hintergrund thematisierte Roth, wie pädagogische Ansätze in Kitas entwickelt werden können, um den Übergang zur Schule optimal zu gestalten. Sie betonte, dass die freiwillige Teilnahme am Kita-Angebot Freiräume für individuelle Entwicklung schafft, aber auch Herausforderungen für die Anschlussfähigkeit an schulische Anforderungen mit sich bringt. Die Gestaltung der Frühpädagogik muss daher die Balance zwischen spielerischer Förderung und gezielter Vorbereitung auf schulische Lernformen finden, um Kindern einen erfolgreichen Start in die Schullaufbahn zu ermöglichen.

Stoff genug, um in zwei Workshop-Runden über Wahrnehmungen, Handlungsbedarfe und Handlungsansätze zu arbeiten. Vorher steuerten Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes der Katholiken, und Gerlinde Kohl, Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG), fachpolitische Impulse bei. Sie zogen dabei Verbindungen zu den anderen Akteuren im Feld, jeweils aus ihrer eigenen Sicht, der Familien sowie der pädagogischen Fachkräfte.

Herausforderungen im System der frühkindlichen Bildung

Im Verlauf des Symposiums in Siegburg wurde ein zentrales Problemfeld besonders deutlich benannt: Das gesamte System der frühkindlichen Bildung ist einem übermäßigen und teils überfordernden Druck ausgesetzt. Viele Familien sehen sich einem intensiven Erwerbsdruck ausgesetzt, was zu einer angespannten familiären Situation führt und die Anforderungen an die außerfamiliäre Betreuung erhöht. Parallel dazu sind die Kindertagesstätten mit einer Vielzahl von Erwartungen konfrontiert, denen sie mit ihrer aktuellen personellen und materiellen Ausstattung nicht gerecht werden können. So entstehen Lücken in der kindlichen Entwicklung und Förderung, die auch von den Grundschulen nicht mehr geschlossen werden können, wenn sie bereits im familiären Umfeld oder in der vorschulischen Betreuung entstanden sind. Diese Versäumnisse sind im weiteren Bildungsverlauf nur schwer oder gar nicht aufzuholen und verdeutlichen den Handlungsbedarf im gesamten System der frühkindlichen Bildung.

Veranstaltungsbündnis

Festgehalten wurde: Das Veranstalterbündnis arbeitet mit Ergebnissen weiter.

Die veranstaltenden Verbände bleiben dran. Familienbund, KEG und KED sehen in dem engagiert geführten Austausch eine Verpflichtung, mit den vielfältigen Ergebnissen des Symposiums in Siegburg weiterzuarbeiten.

Links zu den Vorträgen des Tag

G.Kohl, KEG

U.Hoffmann, Familienbund

X.Roth, Bildungsministerium Rheinland-Pfalz